Carsten Coordes
Ablösung für Hartz IV: Arbeit für Alle!
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"Ablösung für Hartz IV: Arbeit für Alle" Eine Einführung
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Vom Wirtschaftwunder zur Arbeitslosigkeit

Das System unserer sozialen Marktwirtschaft funktionierte bis etwa 1970 recht gut:
Wir hatten im Wiederaufbau fast unbegrenzt Arbeit und waren selbst ein Niedriglohnland. Wer arbeitslos wurde, fand bald einen neuen Job und erhielt bis dahin Arbeitslosenunter-stützung.

Aber im Zeichen von Automation und Globalisierung klappt das nicht mehr:

Der immer stärkere Einsatz von Technik macht einfache menschliche Arbeit unnötig. Was einst im technischen Wunderland Deutschland hergestellt, zu hohen Preisen in alle Welt verkauft wurde und uns so Wohlstand verschaffte, wird uns jetzt aus aller Welt von anderen billiger geliefert.

Aber warum bekommen denn die Arbeitslosen nicht andere Arbeit? Es gibt doch in unserem Lande noch genug zu tun? Die Klassenzimmer müssen gestrichen, Spargel gestochen und die Alten besser gepflegt, Kinder besser erzogen, Häuser repariert werden und .. und .. und ......

Richtig! Aber wenn der Arbeitslose Arbeit annimmt, bleibt von dem, was der Arbeitgeber da-für ausgibt, für den Arbeitenden oft fast nichts mehr übrig. Einem ALG II - Bezieher bleiben z.B. von 1.500 Euro Arbeitslohn nur 180 Euro mehr als ohne Arbeit, ein Nettostunden- zugewinn also von 1,20 Euro. Da bleibt er oft lieber zu Hause und stellt fest:

„Es gibt offenbar keine zumutbare Arbeit für mich“..

Wenn der Arbeitslose aber schwarz arbeitet, bekommt er das 4-6 - fache des Nettoertrages offizieller Arbeit bar auf die Hand.

Die wachsende Zahl der Arbeitslosen ist also nicht auf deren Faulheit zurückzu- führen, sondern darauf, dass irgendwann auch einmal der Fleißigste das System zu begreifen lernt. Gelehrt wurde:

„Wenn es Dir gut gehen soll, darfst Du keine einfache Arbeit annehmen. Wenn Du es aber doch tust, bitte nur Schwarzarbeit!“

Hartz IV sollte eigentlich Arbeitsplätze schaffen, die Arbeitslosenzahl halbieren. Es gab zwar Schritte in die richtige Richtung: Aber ein Arbeitgeber muss einem Familienvater mit Vollzeit-job immer noch 16 Euro je Stunde zahlen, wenn der zwei Euro netto zusätzlich bekommen soll. Viele neue Jobs sind unter dem Lohndruck der Weltwirtschaft bei diesem Preis aber nicht zu schaffen.

Neue Arbeitsplätze schafft Hartz IV also nicht. Stattdessen zementiert der Staat ein Zwei-klassenarbeitslosenrecht und zerstört weiter Leistungsbereitschaft und Verantwortungs-bereitschaft der Menschen:

Die angeblich „Armen“ „Arbeitslosen erster Klasse“ werden wirtschaftlich gefördert, aber nicht motiviert, die angeblich „Wohlhabenden“ „Arbeitslosen zweiter Klasse“ bekommen keine Unterstützung, werden aber zu immer mehr Arbeit getrieben, um nicht auch in Arbeitslosigkeit zu fallen. (siehe „Erziehung zur Arbeitslosigkeit“).


Statt uns fit zu machen für die Wirtschaft des 21. Jahrhunderts, wurde bei Hartz IV an einem untauglichen System weiter herumgebastelt.

Trotz Teilerfolgen lässt sich die Situation bildlich so beschreiben: